Schlammschlacht in Landshut
Der Hinkampf der Playoffs in der Landesliga wird wegen Schlechtwetter kurz vor Schluss abgebrochen.
Ausgerechnet am Morgen seines 31. Geburtstags machen die Augen wieder Verdruss. Erik Riss spürt daheim vor der Abreise nach Niederbayern, dass sein Augenleiden sich an diesem Tag stärker meldet als lange zuvor. Und das an jenem Tag, an dem Riss im Aufgebot des AC Landshut fürs erste Finale der Playoffs gegen Danzig steht.
Doch der Bayrisch-Schwabe kann sich durchbeißen – und er wird zu einer Stütze für die Landshuter bei einer denkwürdigen Regenschlacht. Riss bildet am Ende ein Paar mit Mario Häusl, der nach seiner Pause wegen Herzmuskelentzündung, Nierenprellung und schief ausgerichteten Lendenwirbeln L4 und L5 wieder fährt – aber nur in dem gemeinsamen Heat mit Riss überhaupt einen zweiten Platz zur Landshuter Bilanz beisteuert.
Riss dagegen findet am Ende, bei immer schwerer werdenden, weil klatschnassen Bedingungen ins Rennen hinein – und ist in zwei Laufsiegen einer der besten Devils. Und ein Garant für ein Unentschieden, nach dem es zunächst nicht aussieht.
Aufgrund der Mistwetterprognosen hat die Rennleitung beschlossen, nur ein Training fahren zu lassen und auf die Fahrervorstellung ganz zu verzichten. So beginnt das Rennen gegen Wybrzeze – also „Küste“ – Danzig vor 2.500 Zuschauern bereits vor dem offiziellen Starttermin.
Die Gäste erwischen den besseren Start und legen zunächst zwei 2:4 von Timo Lahti/Krystian Pieszczek gegen Kim Nilsson/Riss sowie von Jan Przanowski/Eryk Kaminski gegen Tyler Haupt/Häusl hin. Erst im vierten Heat können die Gastgeber ihr erstes 4:2 landen; Leon Flint passiert als erster die Ziellinie, Tyler Haupt kann, wie schon im Juniorenlauf, von Platz 3 auf 2 vorrücken.

Nach den ersten vier Durchgängen steht 11:13. Und da setzt auch bereits schwacher Regen ein, so das auf den Bahndienst verzichtet wird. Heat 5 endet wie schon zuvor Heat 3 unentschieden, bevor die Gäste in Heat 6 ein weiteres 2:4 für sich verbuchen.
Hier hatte es einen Rerun gegeben – im ersten Anlauf ist Häusl zu Sturz gekommen, während Kevin Wölbert in Führung gelegen hat.
Die Devils lassen jedoch nicht locker und können dank zweier weiterer ausgeglichener Läufe den Abstand zum Gegner in Grenzen halten. In Heat 9 gelingt Kim Nilson/Leon Flint ein 5:1, nachdem der in Führung liegende Pieszczek technische Probleme hat und zurückfällt.
Damit steht es 27:27. Mit stärker werdendem Regen und den damit einhergehenden widrigen Bahnverhältnissen kommen die Devils besser zurecht als die Gäste, sodass Riss sich in Heat 10 nach einem gelungenen Start mit drei Punkten belohnt.
Dank Platz 3 von Jonas Knudsen, der sich in letzter Minute noch vor Eryk Kaminski schiebt, gelingt es den Gastgebern erstmals, in Führung zu gehen. Der Danziger Konter folgt auf dem Fuße, auch weil Nilsson in Heat 11 mit technischen Problemen ausscheidet. Im 12. Durchgang wird Tim Sørensen wegen eines Defekts vor dem Start vom Rennen ausgeschlossen, was die Devils nutzen und ein Weiteres 5:1 einfahren. Zu diesem Zeitpunkt hätte das Rennen nach Abbruch gewertet werden können, die Verantwortlichen setzen aber weiterhin alles daran, die vollen 15 Heats durchzuziehen.
Nach Lauf 13 jedoch, der mit 1:5 an Lahti/Thorsell gegen Flint geht, wird der Regen aber derart stark, daß nichts mehr geht und das Rennen schließlich beim Stand von 39:39 abgebrochen wird „Schon schade, dass wir ausgerechnet heute Pech mit dem Wetter haben mußten. Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, denn damit fällt die Entscheidung erst kommende Woche, und wir haben noch alle Chancen auf den Gesamtsieg“, so Sportleiter Klaus Zwerschina. „Danzig hat zielstrebig vorgelegt, doch wir haben sie nicht groß davonziehen lassen und sogar ein- bzw. überholt – wir können also auch mit dieser Mannschaft, die die Liga ja doch dominiert hat, mithalten. Klar haben sie nun kommende Woche einen Vorteil durch das Heimrennen, aber andererseits haben sie auch den größeren Druck als wir.“



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