Tommy Dunker Trophy für deutschen Nachwuchs gegründet
- Norbert Ockenga
- vor 11 Stunden
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Eine neue Initiative unterstützt angehende Speedwayprofis bei ihren ersten Schritten in der ersten Liga – mit großem Namen und einer prominenten Jury.
Deutscher Speedwaymeister mit 18 Jahren – kann es sportlich ein besseres Vorbild für den deutschen Nachwuchs geben als Tommy Dunker? Deswegen ist das neue Förderpaket, das es seit der 1. Speedway Talk Night im Autohaus Brunkhorst in Zeven gibt, nun auch offiziell nach dem Schleswig-Holsteiner benannt worden.
Jetzt gibt es die „Tommy Dunker Trophy“.
In der werden die Einnahmen aus der Talk Night an die drei am meisten förderungswürdigen Nachwuchsfahrer Deutschlands ausgeschüttet. „Wir haben dazu eine Jury gebildet“, konkretisiert Christian Brunkhorst, als Inhaber vom Autohaus Brunkhorst https://www.autohaus-brunkhorst.de/ Ideengeber und Initiator der Speedway Talk Night. „Diese Jury kann frei entscheiden, welche Fahrer bis 21 gefördert werden sollen. Einzige Bedingung: Sie müssen schon mindestens 250-Kubikzentimetermaschinen fahren – oder 500R. Oder natürlich offene Halblitermaschinen. Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass sich der Aufstieg in die erste Liga, also quasi die ‚Erste Herren‘, und damit perspektivisch auch in den Profibereich für deutsche Fahrer lohnt. Und dass das Risiko, das sie damit eingehen, auch wertgeschätzt wird.“
Die Jury, die über die Tommy Dunker Trophy befindet, besteht aus
Norick Blödorn, Neffe von Tommy Dunker und derzeit bester deutscher Speedwayprofi
Meik Lüders, als Jugendtrainer im Motodrom Halbemond sowie von vielen Reisen zu Bahnen in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland mit der Nachwuchsszene bestens vertraut
Norbert Ockenga, Herausgeber der Website bahndienst.com, Eurosport-Fernsehkommentator und Moderator der Speedway Talk Night und seit 1991 in wechselnden Funktionen und auf verschiedenen journalistischen Stationen im Bahnsport unterwegs
Norick Blödorns Mutter Maja ist die Schwester des 2024 verstorbenen Tommy Dunker. „Tommy war für mich natürlich immer eine Inspiration“, sagt der Ligaprofi mit Engagements in England, Polen und Schweden. „Seine Erfolge, aber auch seine ganz besondere Art gerade in jungen Jahren waren zuhause oft ein Thema, und ich habe mich auch selbst noch mit ihm darüber unterhalten können. Um so mehr freut es mich, dass sein Name mit dieser Aktion in Ehren gehalten wird. Es wäre sehr in seinem Sinne, weil er selbst in jungen Jahren schon viel erreicht hat – dafür aber auch viel Einsatz zeigen musste. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, nach den Kinder- und Jugendklassen im großen Sport Fuß zu fassen. Deswegen engagiere ich mich auch gern in der Jury für diesen Preis.“ Blödorn kündigt an, man werde die Auswahl der Preisträger zusammen mit Vater Guido und Mutter Maja im Familienkreis treffen. „Denn auch meinen Eltern liegen der Nachwuchs und die Erinnerung an Tommy sehr am Herzen.“
Tommy Dunker war für mich immer eine Inspiration. – Norick Blödorn
Meik Lüders wiederum war ein Freund, aber auch ein Gegner von Tommy Dunker auf den Speedway- und Langbahnen Deutschlands. „Wir haben uns auf der Bahn nichts geschenkt. Aber im Fahrerlager waren wir stets eine verschworene Gemeinschaft“, blickt der gebürtige Bremer zurück. „Das war eine ganze Clique, zu der etwa auch André Pollehn mit dazugehört hat.“ Lüders musste seine Karriere nach einem schweren Sturz in Harsewinkel wegen Rückenverletzungen abbrechen, kümmert sich inzwischen ums Motodrom Halbemond und gibt dort Trainings für Nachwuchsfahrer aller Alters- und Motorradklassen. „Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die Interesse an Speedwa haben“, weiß Lüders. „Die hohe Kunst ist es, die auch bei der Stange zu halten, wenn sie älter werden, vielleicht andere Interessen entwickeln und der Sport auch immer teurer wird. Da ist eine Initiative wie die Tommy Dunker Trophy sicher ein sehr guter Anreiz.

Norbert Ockenga schließlich hat Dunker in genau jenen Jahren verfolgt, als er selbst seine ersten Schritte vom Fan zum Journalisten unternommen hat. „Man hat immer gespürt, dass Dunker nicht nur fahrerisch eine Ausnahmeerscheinung war – sondern auch eine ganz besondere Aura ausgestrahlt hat“, erinnert sich der 54-jährige Ostfriese. „In all’ den Jahren, in denen ich den Bahnsport seither verfolge, war das Muster meist dasselbe: Es gab viele junge Talente, doch nur wenige haben es ins Profitum geschafft – und an die Weltspitze seit Egon Müller keiner mehr. Das liegt auch mit daran, dass es keine durchdachte Förderung gab. Wir möchten mit der Tommy Dunker Trophy nun unseren Teil dazu beitragen, das zu ändern – und den Sport in Deutschland wieder so stark zu machen, wie er zu Zeiten von Egon Müller, Karl Maier und des jungen Tommy Dunker schon war. Fahrer mit Perspektive und Potenzial gibt es gerade im Moment jede Menge. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden.“
Die ersten Sieger Tommy Dunker Trophy werden noch in dieser Woche bekanntgegeben. Dabei handelt es sich noch um die Besten des Rennjahres 2025, denn die 1. Speedway Talk Night fand ja bereits im Herbst 2025 statt. „Für dieses Jahr planen wir mindestens eine Wiederholung des Abends“, avisiert Brunkhorst. „Und wir haben schon einige Anfragen von Partner und Freunden aus anderen Regionen, die unser Konzept und unser Event auch in ihre Gegend tragen möchten. Im Idealfall kriegen wir so mehrere Veranstaltungen mit regionalem Bezug und mit immer unterschiedlichen Gesprächspartnern, aber stets auf dem hohen Niveau unserer Premiere hin – und sammeln so noch mehr Geld für die Tommy Dunker Trophy und den deutschen Nachwuchs.“
Einige Partner der Website bahndienst.com haben bereits Interesse signalisiert, solche regionale Ableger der Speedway Talk Night mit auszurichten. Sobald es was Spruchreifes gibt, wird das natürlich hier verkündet.
Aber jetzt folgen Ende der Woche erstmal die drei Begünstigten der Erstauflage aus dem Jahre 2025.
Übrigens haben es bislang nur zwei Fahrer geschafft, mit 18 Deutscher Speedwaymeister zu werden: Tommy Dunker gewann den Titel als gerade Volljähriger anno 1987, sein Neffe Norick Blödorn unterbot den familieneigenen Rekord 2022 um 26 Tage.



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