Viel Salz in der Suppe
- Norbert Ockenga
- vor 6 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Dominik Werkstetter rückt die Langbahn-DM in Mühldorf ins rechte Licht – aus Sicht eines Fahrers und Vereinsmitglieds zugleich.
Ausgerechnet der Lokalmatador baut den einzigen Unfall. In einem der beiden Halbfinals beim Langbahn-DM-Rennen in Mühldorf geht Dominik Werkstetter zu Boden. „Bei dem Sturz war ich ein bisschen zu optimistisch“, sagt der 28-Jährige aus Zeilarn im Landkreis Rottal-Inn. „Ursächlich war ein schlechter Start. Auf Position 4 oder 5 hat man dementsprechend viel Strahl vor sich und kann nicht mehr die gewünschte Linie fahren. Dann bin ich mit ein bisschen Überschuss ganz innen rein und habe mich in der Kurvenmitte sehr weit nach außen treiben lassen. Da hätte ich an dieser Stelle Griff erwartet – aber leider war da keiner.“
Der Crash macht die Besetzung des Finals noch zu einer Zitterpartie. Denn plötzlich ist Werkstetter punktgleich mit B-Lizenzler Louis Tebbe. Nur weil der Bayer einen zweiten Platz in der Bilanz aufzuweisen hat, der Emsländer aber nicht, zieht Werkstetter in den Endlauf ein.
Oder besser gesagt: er wäre gezogen. Denn das Finale ist nach einer privaten Klimakonferenz der Teilnehmer abgesagt worden, nachdem ein happiger Regenschauer die 1.000-Meterbahn unter Wasser gesetzt hatte. Zwar war der Bahndienst schon dabei, mit schwerem Gerät den oberen, nassen Belag abzuziehen. Und als die Jury tagte, schien längst wieder die pralle Sonne; Startmarschall Daniel Zott zog schon mit dem Kreidewagen die Striche auf der wieder hergerichteten Bahn. Doch die Funktionäre folgten der Argumentation der Fahrer – und pfiffen das DM-Finale nach dem Regen nicht wieder an.
Ich möchte ein Lob an den Veranstalter aussprechen. – Dominik Werkstetter
Die Einstellung der Fahrer sorgte sofort für reichlich Kritik, auch im Fahrerlager selbst. „Wir sechs Finalisten haben uns abgesprochen. Selbst wenn ich die Bahn gut kenne, lege ich auf die Meinung der erfahren Fahrer viel Wert. Wir haben gemeinsam entscheiden, das Finale nicht mit Gewalt durchzuziehen“, relativiert Werkstetter. „Sicher mag es für Manche unverständlich wirken. Aber wir machen dass alle nicht wegen des Geldes und müssen am nächsten Tag wieder unseren beruflichen Tätigkeiten nachgehen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, weil mir hier schon durch Aussagen einiger Zuschauer zu viel Salz in der Suppe ist.“

Werkstetter ist Mitglied des MSC Mühldorf, dessen neue Vorstandschaft heuer zum ersten Mal ein Rennen in Eigenregie organisiert hat. „Zum Rennen möchte ich ein großes Lob an den Veranstalter aussprechen“, betont er. „Die Veranstaltung mit so einem Fahrerfeld und der Anzahl an Klassen durchzuführen, benötigt schon eine große Leistung von allen Beteiligten. Ich finde, es war ein sehr schöner Renntag. Ich habe mein Ziel, ins Finale zu kommen, erreichen können – und bin damit zufrieden, wie die Veranstaltung beendet wurde.“
Einen Gutteil dazu bei trug ein ganz neuer Motor von Tuner Anton Nischler, den Werkstetter am Renntag der DM in Mühldorf erstmals fuhr. Beim ersten Start grub er sich zwar noch mit dem Hinterrad ein, danach aber vermochte er die Leistung des Aggregats genau zu dosieren und einzusetzen. „Der neue Motor ist traumhaft auf einer solchen Bahn“, lobt Werkstetter. „Leistung musste ich nicht zurücknehmen, da ja in den Kurven auch mal griffige Linien dabei waren, die natürlich auch Leistung benötigen, außerdem hat man hohe Drehzahlen und Geschwindigkeiten am jeweiligen Ende der beiden Geraden.“



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