Vier Runden im Kreisverkehr
Am Samstag steht in Dohren einer der absoluten Saisonhöhepunkte auf dem Programm.
Der Kreisverkehr ist dicht. „Wir haben die Bahn wieder abgedeckt“, verrät Tobias Kroner kurz vorm Flutlichtrennen in Dohren am Samstagabend. „Denn die Wettervorhersage für die Tage vorm Rennen lautet auf Regen – und auch für den Sonnabend sieht es zumindest wechselhaft aus.“
Dennoch geht der ehemalige England- und Polenprofi, der die Geschicke des MSC Dohren leitet, davon aus, dass das Rennspektakel am Samstag problemlos über die Bühne geht. „Es kann tagsüber ruhig regnen. Denn unsere Bahn kann inzwischen Regen ab, weil wir vor einiger Zeit die Drainage umgebaut haben. Und am Abend werden wir schon ein Zeitfenster von ein paar Stunden finden, in denen es trocken sein wird, um das Rennen auszutragen.“
Viel Zeit für einen überlangen Abend, der wegen Regenpausen in die Verlängerung geht, bleibt nicht. Denn zwei Fahrer müssen noch über Nacht nach Scharnowitz fahren, um dort am letzten Renntag der Tschechischen Speedwayliga teilzunehmen: in Artjom Laguta und Jason Doyle auch noch zwei Hauptdarsteller des Emsland-Abends.
Auch Patrick Hyjek muss am selben Abend noch weiter: Er bestreitet tags drauf in Brokstedt das Finale zur Deutschen Juniorenmeisterschaft für U21-Fahrer. Weil sie dort auch fahren, haben Tyler Haupt und Janek Konzack Angebote des MSC Dohren für eine Teilnahme am Flutlichtklassiker in Nordwestdeutschland ausgeschlagen. Konzack laboriert zudem noch an den Folgen seines Schlüsselbeinbruchs vom Landesligahalbfinale in Landshut.
Haupt ist am Abend vor Dohren noch für den MC Güstrow beim Finale der Bundesliga gegen Wittstock im Einsatz. Genau wie auch Kai Huckenbeck – der Lokalmatador vom MSC Eichenring Dohren. Denn am Freitagabend wirft Güstrow im entscheidenden Duell gegen Wittstock alles rein, um den nötigen hohen Heimsieg zu erzielen und so das Meisterschaftsrennen im deutschen Speedwayoberhaus doch noch zu drehen.
In Dohren trifft Huckenbeck als Lokalmatador mit Heimvorteil auf der weiten kreisrunden Außenbahn neben Hyjek noch auf einen weiteren Deutschen: Norick Blödorn, der gerade mit Thorn Polnischer Mannschaftsmeister geworden ist, damit Geschichte als erster deutscher Titelträger in der Ekstraliga geschrieben hat und Huckenbeck den Rang als bester deutscher Speedwayfahrer abgelaufen hat.
Das Feld im Emsland ist auch international exzellent besetzt. Zwar hat Freddie Lindgren, im Vorjahr Hauptdarsteller in einem packenden Duell mit Huckenbeck, wegen seiner zweiten Gehirnerschütterung binnen kürzester Zeit abgesagt. Erik Riss hatte mit einem Start geliebäugelt, doch fährt nun tags drauf beim Goldenen Band in Olching. Und diese Woche hat auch Adam Ellis verletzungsbedingt seine Nennung zurückziehen müssen.

Doch Laguta und Doyle treffen auch so auf harte Konkurrenz, etwa in Form von Dohren-Rückkehrer David Bellego aus Frankreich, den Finnlandschweden und Osterpokaldauersieger Timo Lahti, Jakob Jamróg, Juniorenweltmeister Mikkel Andersen samt seiner U21-SGP2-Rivalen Villads Nagel und Mathias Pollestad.
Und auf die zu erwartenden mehr als 5.000 Zuschauer, die am Sonnabend zum Start um 19 Uhr den Eichenring zu einem Partykreisverkehr machen, wartet noch ein besonderes Schmankerl: das größte Talent, das der internationale Speedway derzeit zu bieten hat.
Beau Bailey aus Australien wird nach seinem Gastspiel bei der Night of the Fights in Cloppenburg auch in Dohren an den Start gehen.



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