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Wer füllt die Ostfriesenlücke?

vor 4 Minuten
2 Min. Lesezeit

Vor dem Finale der Zweiten Liga am Freitagabend muss Gastgeber Inn-Isar-Devils noch eine Personalabwägung von enormer Tragweite fällen.


Ein Hauch von Sehnsucht liegt in seinem Blick. Als Ben Iken samt Vater Bernhard am Samstagnachmittag an der Bahn des MSC Cloppenburg ankommt, schaut er verstohlen durch jenen Spalt, den das Fahrerlagertor gerade so zulässt. In den Boxen herrscht das übliche Gewimmel. Die Anlage von Cloppenburg ist ein bisschen angelegt wie ein Zoo: Hinterm Fahrerlager lehnen die Fans an einem halbhohen Zaun und können den Fahrern und Mechanikern zusehen wie anderswo den Löwen bei der Fütterung.


Iken hält sich nicht lange in der Beobachterposition auf, sondern sucht gleich seinen Platz an der Bahn. Der Rücktritt ist noch frisch, der Suchtfaktor Speedway sorgt auch beim Ostfriesen noch für Entzugserscheinungen.


Aber nicht nur bei ihm – sondern auch bei einem seiner Arbeitgeber. Am Freitagabend treffen die Inn-Isar-Devils beim „Finale dahoam“ der Zweiten Bundesliga auf Tabellenführer Güstrow und Meisterschaftsmitkonkurrent Olching sowie den MSC Cloppenburg. Es geht um alles: Olching oder die Inn-Isar-Devils müssen gewinnen, Güstrow darf dann nur Dritter werden – nur dann ist der jeweilige Sieger aus dem Land der Lederhosen und Masskrüge neuer Meister.


Ausgerechnet in dieser heiklen Ausgangslage muss die Heimmannschaft an der Ellermühle auf Iken verzichten. Die Narbe seines Rücktritts ist noch nicht verheilt – denn Ersatz ist nur schwer zu finden, weil Iken auf der B-Position gesetzt war, zwischen A-Fahrer Lars Skupień und Celina Liebmann, der Mannschaftskapitänen auf der Planstelle C.


B-Fahrer sind aktuell schwer als Leihgabe zu kriegen. Sodass Teammanagerin Sylvia Liebmann vor der Frage steht: aus eigenen Reihen auffüllen – oder einen anders eingestuften Fahrer zu leihen? Klubvorstand Christian Platzer dachte kurz an Valentin Grobauer, der im Vorjahr schon für die Wasserburger ausgeholfen hatte, doch der wäre A-Fahrer.


Wer wird Mittenmann zwischen Celina Liebmann und Lars Skupień im Finale am Freitag? Foto: Klaus Hauptmann
Wer wird Mittenmann zwischen Celina Liebmann und Lars Skupień im Finale am Freitag? Foto: Klaus Hauptmann

Infrage käme stattdessen etwa Mika Frehse, der aktuell schwer in Form ist und eine sichere Bank für gute Punkte wäre, oder Richard Geyer. Der stammt aus dem Aufgebot des MSC Meißen, mit dem Inn-Isar-Racing im vergangenen Jahr noch eine Fahrgemeinschaft hatte, bevor man sich nach Landshut orientierte.


Geyer wechselte daraufhin zum MSC Olching, wird aber von den Bayern wohl nicht für Landshut aufgeboten werden. Verifizieren lässt sich diese fundierte Annahme, die Spätzen von Dächern pfeifen, nicht, weil Olchings Vereinschef Martin Smolinski nicht mehr kommuniziert. Aber das wahrscheinliche Line-Up der Olchinger besteht aus Smolinski, Patrick Hyjek und Patricia Erhart, womit Geyer verfügbar für eine Leihe wäre.


Im Kader der Inn-Isar-Devils steht aber auch Thomas Konrad. Der ist zwar kein B-Fahrer. Aber er verfügt aus vielen Jahren der Klubzugehörigkeit und des dauernden Trainings beim AC Landshut über ein Mannigfaltigeres an Erfahrung an der Ellermühle als Geyer und Frehse. Die Abwägung zwischen mehr genereller Rennerfahrung und Jugend, aber mehr Landshut-Erfahrung steht derzeit im Zentrum der Überlegungen bei den Vorstandssitzungen von Inn-Isar-Racing.


Ben Iken verfolgt diese Gedankenspiele ebenso aus der Ferne wie das Finale dahoam – das er auch ohne seinen Rücktritt hätte auslassen müssen. Denn die Knieverletzung ist noch immer nicht auskuriert. Auch das sah man an seinem Gang hinter den Boxen von Cloppenburg ganz deutlich.

 
 
 

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