Wunderheilung 2.0
- Norbert Ockenga
- vor 1 Stunde
- 2 Min. Lesezeit
Nach seinem Rippenbruch muss Martin Haarahiltunen ein zweites Mal auf eine Turbogenesung hoffen – mit Hilfe eines Wundergeräts.
Er braucht schon wieder einen Wunderdoktor. Wie schon nach dem Crash mit Max Koivula beim vorletzten Lauf zum Supercup. Dieses Mal ist es der linke Unterschenkelkopf. Und seinerzeit? Die neunte Rippe habe in zwei Teilen schräg voneinander weg gestanden, räumt Martin Haarahiltunen ein. Und dass er überhaupt bis Inzell fit geworden ist, verdankt der Weltmeister auch der Intervention des schwedischen Eisspeedwayverantwortlichen Peter Jansson.
Jansson ist auch Teammanager des schwedischen Erstligisten Norrköping, wo Norick Blödorn dieses Jahr fahren wird. Und der Hüne gilt als einer der am besten vernetzten Bahnsportfunktionäre Schwedens, ein echter Machertyp.
Die Therapie hat die Heilung um die Hälfte verkürzt. – Peter Jansson
Für die Genesung von Haarahiltunen hat er einen Arzt aus Karlstad herangezogen. „Der hat früher schon Greg Hancock geholfen und macht auch sehr viel mit Kim Nilsson“, schildert Jansson. „Er hat ein spezielles Lasertherapiegerät, das er leihweise für einen Monat zu Haarahiltunen hinauf geschickt hat. Diese Therapie hat die Heilung um die Hälfte verkürzt.“
Der Titelverteidiger hat das Lasergerät sogar mit in Inzell. „Ich arbeite jeden Tag damit. Ich tue mich zwar schwer, exakt die Stelle zu finden, an der ich es ansetzen muss. Denn die Muskeln ziepen in einem ziemlich weiten Bereich rund um die eigentlich betroffene Rippe. Also streiche ich einfach großflächig über die halbe Körperseite.“

Beim Fahren hätte er von den Verletzungen nichts mehr gespürt. Schmerzmittel bräuchte er auch nicht. „Die habe ich nur in den ersten eineinhalb Wochen nach dem Unfall benötigt. Die Ärzte meinten zwar, normaler Weise bräuchte man die nur drei Tage lang – aber bei mir hat’s knapp zwei Wochen ziemlich wehgetan.“
Jetzt hat Jansson wieder eingegriffen. Der hünenhafte Schwede hat sich dafür eingesetzt, dass Haarahiltunen in eine Spezialklinik kam – statt in seiner Heimatstadt Örnsköldsvik in einem normalen schwedischen Pendant zu einem Kreiskrankenhaus unters Messer zu kommen. Das Laser- und Ultraschalltherapiegerät hat Haarahiltunen eh’ noch – das kann der Weltmeister also direkt wieder ansetzen, um das schlimme Knie doch noch bis Heerenveen fitzukriegen.



Kommentare