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Wölbert wieder in Schweden

Wie es dazu kam, dass Kevin Wölbert mitten in der Saison wieder in die erste schwedische Liga eingestiegen ist.


Es war keine Heimkehr, sondern nur ein Zwischenhalt. Kevin Wölbert kam am vergangenen Samstag von der Fähre aus Schweden nach Hause – und saß wenige Stunden später schon wieder im Transporter, auf dem Weg nach Landshut zum Ligarennen gegen Oppeln.


Denn seit vergangener Woche ist der Heidhofer wieder in der schwedischen Elitserien unterwegs. Er startete für Masarna Avesta mit drei Laufsiegen und zwei zweiten Plätzen, einer davon eine Unterfütterung zu einem Doppelsieg des Paares seines neuen Klubs. „Ich hatte von der Fähre kommend nur einen kurzen Stopp zuhause“, schildert Wölbert, „habe umgeladen, alles wieder vorbereitet – und bin weitergefahren.“


Masarna Avesta ist jener Verein, der im Winter seine Speedwaybahn flutet, um dort den prestigeträchtigen Internationalen Eisspeedway-Paarcup auszurichten. Für diesen Sommer hat der Traditionsverein sich viel vorgenommen – und deswegen Kevin Wölbert kurzfristig angeheuert. „Ich war Anfang des Jahre schon in Kontakt und hatte das Ziel, nach Corona wieder in Schweden zu fahren. Mein letzter Stand dort war ja Dakarna. Dann bin ich 2022, wo mein Brand war, noch für Hallstavik an den Start gegangen“ erläutert Wölbert. „Die Vereinbarung mit Masarna hat sich nun durch Kim Nilsson ergeben. Masarna ist ein guter Klub, die machen das sehr professionell. Und für mich ist es ist unter Woche gut, Rennen zu fahren und zu testen.“


Nach Abensberg hat Kim Nilsson mich noch Mal gefragt, weil Masarna unbedingt die Liga gewinnen will. – Kevin Wölbert

Wölbert und Nilsson sind auch Teamkollegen bei den Landshut Devils, die am Sonntag zuhause knapp gegen Oppeln verloren haben. „Dadurch, dass Kim da fährt, hat es das noch erleichtert. Anfang des Jahres habe ich zunächst abgesagt, weil es aus logistischen Gründen nicht ging. Nach der WM-Qualifikation in Abensberg hat Kim mich noch Mal gefragt, weil Masarna unbedingt die Liga gewinnen will. So hat sich das ergeben.“


Masarna hat einen Engpass, weil in Emil Milberg und dem jungen Philipp Hellström-Bängs zwei Leistungsträger fehlen. Milberg leidet noch unter den Folgen einer tiefen Wunde an der linken Hand, die er sich beim Osterklassiker in Pocking zugezogen hat. Und Hellström-Bängs ist zu Saisonbeginn zunächst gesperrt gewesen – eine Folge davon, dass er im vergangenen Herbst beim Finale der Zweiten Liga den Schiedsrichter unflätig beschimpf hatte. Kaum war die Sperre, die vom 1. bis zum 15. Mai galt, abgelaufen, wurde er krank, musste sogar ins Spital – und ist erst vergangene Woche wieder entlassen worden.


Kevin Wölbert fährt nicht nur in Landshut, sondern auch in Avesta mit Kim Nilsson zusammen. Foto: AC Landshut
Kevin Wölbert fährt nicht nur in Landshut, sondern auch in Avesta mit Kim Nilsson zusammen. Foto: AC Landshut

Mittlerweile sei er zwar wieder auf dem Wege der Besserung von den Ärzten nach der Entlassung aus der Klinik wieder gesundgeschrieben worden. Er kehrte auch am vergangenen Donnerstag wieder zurück ins Aufgebot seiner neuen englischen Erstligamannschaft Ipswich. Dort hatte es vorher Trubel gegeben: Zuerst hätte Edward Kennett ihn unter einem jener 28 Tage langen Zeitverträge ersetzen sollen, die für solche Ausfallszenarien in Großbritannien üblich sind. Doch Bennett ließ gleich zwei Trainings platzen, bei denen er laut Ipswich hätte fahren sollen: zuerst auf der Heimbahn nach einem Heimmatch gegen die Liganeulinge aus Northampton, dann am Sonntag drauf eines im Rahmen einer Trainingsschule von Paul Hurry, dem neuen Ipswich-Teammanager, auf dem Lydd Speedway.


Hurry, der auch Langbahnweltmeister Zach Waijknecht betreut, sah daraufhin von einer Verpflichtung Kennets ab – und wollte stattdessen für das Ligarennen gegen Sheffield Jake Mulford, den frischgebackenen Langbahnjuniorenweltmeister, als Gast einziehen. Doch dann meldete sich Hellström-Bängs für das Duell gegen die Tigers doch noch fit.


Kennett dagegen heuerte kurzfristig bei Oxford in der zweiten Liga an. Er ersetzt dort Erik Riss, der immer noch in Laserbehandlungen wegen seiner Probleme mit den Tränenfilmen seiner Augen ist und vorerst nicht zum Team von Peter Schroeck aus Mainaschaff zurückkehren kann.


Sowohl Milberg als auch Hellström-Bängs stammen gebürtig aus Avesta. Bei Masarna springt nun Wölbert bis auf Weiteres in die Bresche – ohne so genau zu wissen für wen. „So was interessiert mich gar nicht. Die Leute von Masarna haben mich auch nicht aus dem Grund angerufen. Sonst wär’ ja Not gewesen, und es hätte am Telefon geheißen: ‚Uns fehlt da einer, wir brauchen jetzt einen.‘ Aber so war es nicht. Ich bin da einfach in die Mannschaft integriert worden.“

 
 
 

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